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Baumlexikon

Worte und Redewendungen, die ihren Ursprung bei den Bäumen haben
Im täglichen Leben verwenden wir oft Begriffe und Redewendungen über deren Herkunft wir uns nicht bewusst sind oder deren genaue Bedeutung wir nicht mehr kennen. So ist unser Redefluss „hölzern“ und der Sinn unserer Worte manchmal „birnenweich.“ Unsere Mitmenschen verhalten sich „wie die Axt im Walde“ und das empfinden wir dann reichlich „hanebüchen.“ Und überhaupt sind wir „nicht aus Holz“, wenn wir Gefühle zeigen können und empfinden das auch nicht als „Klotz am Bein.“ Das eine oder andere Wort hat sich so stark in unseren Sprachgebrauch eingebürgert und wurde ein fester Bestandteil in unserem Wortschatz, dass wir gar nicht mehr darüber nachdenken, wo seine Wurzeln gründen. Der Bezug zu den ursprünglichen Naturereignissen, dem prägenden Anlass der dem Begriff oder der Redewendung seine Bedeutung und Kraft gab, findet für uns nicht mehr vor unseren Augen statt. Übrig blieb das Wort als hohler Stamm in unserem Sprachgebrauch. Dieses kleine Lexikon soll mithelfen die Wurzeln von so manchem lustigen Spruch, einer alten Bauernregel oder eine „hölzernen“ Wortes wieder neu zu entdecken und zu erkennen.

Der Baumkreis                                 Der Lebensbaum                           Der Hochzeitsbaum                          
 
Begriffe
 Übersetzung, Interpretation
 astrein
super, spitze, ok, voll gut
 astreine Sache
saubere Angelegenheit, nützliches Ding
 nicht ganz astrein
zwielichtig, undurchschaubar, zweifelhaft
 den Ast absägen auf dem man sitzt
Sich durch ungeschicktes oder negatives
Verhalten, Handeln eigene Nachteile einhandeln.
 Baum
Größte Pflanze der Erde mit sehr vielen Nutzungs- und Verwendungsmöglichkeiten.
Pflanze, die aus einem Stamm, Ästen, Blättern oder Nadeln besteht.
 Baumgrenze
Linie im Gebirge, oberhalb derer keine Bäume mehr wachsen.
 Schlagbaum
Schranke, meist rotweiß gestreift, mit der ein  Zugang versperrt oder geöffnet werden kann. Zollschranken an Grenzen zwischen Staaten.
 Schlafbaum
Von Tieren als Schlafstätte benutzter Baum
 Baumwolle
Strauchpflanze, deren Samenfäden zu Garn gesponnen werden.
 Baumkuchen
Runder, hoher, schichtweise gebackener Kuchen.
 Baumkreis, keltischer
Anordnung von 21 verschiedenen Laub- und Nadelbäumen in einem Kreis nach bestimmten Jahresdaten ähnlich dem Horoskop.
 Blätterwald
Journalistischer/umgangssprachlicher Ausdruck für Presse, Boulevardpresse
 Baumsterben
Waldsterben durch Umweltverschmutzung
 baumlang, baumlanger Kerl
Ein sehr großer Mensch
 baumstark
Sehr kräftig und standhaft sein
 Brett
Ein unterschiedlich dickes, meist flaches Stück
Holz beliebiger Länge und Breite.
 Das schwarze Brett
Meist wurden Bekanntmachungen an einen Baum, später an einem Brett angeschlagen.
 Mutter des Waldes
Die Rotbuche, sie gilt, da sie den Waldboden gut durchwurzelt und ihr Laub für Kleinstlebewesen leicht zersetzbar ist, als sehr waldpflegend.
Kien
Fackel, Kienspan zum Feuer entfachen
 Föhre
Kiefer; ursprüngliche Bezeichnung für alle Nadelbäume.
 Wurzel
a.) verzweigte Verankerung von Bäumen in   der Erde über die sie Nährstoffe aufnehmen.
b.) Ursprung, Grundlage
c.) mathematisch; eine Wurzel ziehen.
wurzeln
Ursache in etwas haben.
 fest verwurzelt
Mit seiner Heimat oder Heim verbunden
 entwurzelt
Aus der gewohnten Umgebung herausgerissen.
 Wünschelrute
Meist ein gegabelter Haselzweig, mit dem ein Wünschelrutengänger nach verborgenen Wasseradern sucht.
 Windmühlenflügel
Wenn Bretter, z.B. von Weidenbäumen, aber auch anderen Bäumen, sich total verworfen haben, nennt man sie Windmühlenflügel.
 Vogelbeerbaum
Eberesche
 Quetsche
Frucht des Zwetschgenbaumes,
der Pflaume ähnlich.
 quetschen
von etwas eingeklemmt werden
 stämmig
Kräftiger, starker standhafter Mensch
 eichen
Etwas auf eine Norm abstimmen.
   
 Redewendungen, Redensart
Interpretation
Einen alten Baum soll man nicht verpflanzen
Einen alten Menschen soll man
in seiner vertrauten Umgebung lassen.
Es ist, um auf die Bäume zu klettern
Zum Verzweifeln sein
Der Raupe wegen muss
man den Baum nicht umlegen
Wegen Kleinigkeiten soll man
nicht gleich alles grundlegend ändern.
  Ein Brett vor dem Kopf haben
Etwas nicht begreifen oder verstehen.
 Stark wie ein Baum
kräftig, unumstößlich sein
Bäume ausreißen können
Vor Energie, Kraft strotzen
 Auf Holz klopfen
Bis jetzt alles gut gegangen.
 Bretter, die die Welt bedeuten
Gemeint ist der Theaterboden, der früher aus Brettern meist kunstvoll gefertigt war.
 Etwas auf dem Kerbholz haben
 a.) Jemand hat sich etwas zu Schulden
     kommen lassen.
b.) Alter Brauch des Zählens, indem man
     Kerben in einen Gegenstand schnitzt.
 Das Übel bei der Wurzel packen
Eine Sache energisch in Ordnung bringen.
 birnenweich
Eine Handlung ist total beschränkt,
unsinnig, nicht nachvollziehbar.
Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm
Kinder geraten nach den Eltern
 Für einen Apfel und ein Ei
Etwas sehr preiswert erwerben
 quietschlebendig
Von Erberesche; erquickender, lebendiger Baum
 Wie die Axt im Walde
Sich rücksichtslos, ohne Taktgefühl verhalten.
 hölzern sein
Sich steif, ungelenkig, ungeschickt bewegen
Stark wie eine Eiche
Außergewöhnlich stark
Es fällt keine Eiche vom ersten Streich
Jede Arbeit braucht seine Zeit;
Gut Ding will Weile haben.
 Der Zoll
Der Zoll. Gelegentlich auch: das Zoll, vom mittelhochdeutschen: Zol = ein abgeschnittenes Stück Holz aus dem sich dann der Zollstock ableitet. Der Zoll bezeichnet eine Vielzahl von alten Maßeinheiten im Bereich von zwei bis vier Zentimetern.
 

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